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Wickel & Auflagen/Kompressen, Grundsatzinfo

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Wickel & Auflagen/Kompressen, Grundsatzinfo

Wickel

  • Bei einem Wickel wird ein Körperteil ganz umwickelt.

Auflage/Kompresse

  • Eine Kompresse oder eine Auflage wird zur Behandlung einer bestimmten Körperregion eingesetzt und nur auf die betroffene Stelle aufgelegt.

Wichtige Grundsätze für die Anwendung von Wickeln und Auflagen

  • dem Kind erklären, was gemacht wird und wie es sich anfühlen wird
  • Kind darf vor und während Anwendung nicht frieren
  • Temperatur nach Symptom und Verfassung des Kindes aussuchen
  • das Kind beobachten und Wohlbefinden prüfen
  • nach 5 Minuten Hautreaktion prüfen (bei empfindlicher Haut alternativen Zusatz wählen)
  • Kind muss während Anwendung ruhen
  • Anwendung beenden
    - wenn eine Hautreaktion wie z.B. Juckreiz, starke Rötung, Pusteln auftritt
    - sie unangenehm, zu kalt, zu warm, zu lose oder zu eng sind
  • kühle Wickel nie auf kalter Haut anwenden
  • sanfte Reize (1°-3°C unter bzw. über der Körpertemperatur) sind vor allem für kleine Kinder oft ausreichend: Anwendungen nie zu kalt oder zu heiß
  • Wickel sollen faltenfrei, nicht zu fest oder zu locker anliegen
  • Wärme darf sich nicht stauen: kein Plastik umwickeln

Kalt oder warm?

  • bei akuten Beschwerden sind meist kalte Wickel wohltuend
  • das Kind darf nie frieren
  • nach kalten Anwendungen grundsätzlich auf Wiedererwärmung achten (Bettruhe oder Bewegung); Ausnahme: Fieber (hier dient die Anwendung der Hitzeausleitung)

Wie lange und wie oft?

  • allgemein sind 2 Anwendungen im Abstand von mehreren Stunden pro Tag ausreichend
  • akute, wärmeentziehende Wickel können öfter angewandt werden
  • Ruhepausen nach den Anwendungen sind wichtig für eine optimale Wirkung
  • Dauer vor allem abhängig von Reaktion und Empfinden des Kindes

Material & Aufbau

Empfehlenswert sind Materialien wie Leinen, Baumwolle, Seide oder Wolle. Der Stoff beeinflusst die Wirkung und kann auf der Haut als angenehm oder unangenehm empfunden werden. Die Stoffe sollten keine synthetischen oder chemischen Zusätze enthalten. Für feuchte Zusätze wie Quark sind Verbandmull oder Kompressen gut geeignet.
Wickel bestehen aus einem Innen- und einem Außentuch, bei Bedarf kommt ein Zwischentuch dazu.

Innentuch

  • nimmt Wasser und evtl. Zusätze auf
  • geeignet sind dünne Baumwollstoffe wie z.B. Geschirrtücher, Betttücher oder Mullwindeln
  • Baumwolle ist saugfähig und für Kochwäsche geeignet
  • Leinen ist weniger saugfähig, bleibt aber länger kühl
  • Größe je nach Behandlungsgebiet

Zwischentuch

  • wichtig für wärmende Wickel
  • schützt das Außentuch vor Feuchtigkeit
  • Baumwoll- oder Frotteetücher reichen aus
  • etwas größer als das Innentuch

Außentuch

  • hält warm
  • Woll-, Molton- oder Frotteetuch
  • wenn es aus Wolle ist, möglichst nicht direkt auf die Haut legen, wegen schlechterer Reinigungsmöglichkeiten
  • soll größer als das Zwischentuch sein

Bettschutz

  • schützt Bett vor Feuchtigkeit
  • Strandtuch, Saunatuch oder gummierte Unterlage

Beachten Sie bei jeder Anwendung

  • das Kind darf nicht frieren
  • das Kind soll vorher warme Hände und Füße haben

Wirkmechanismus

Die Wickelbehandlung ist eine Reiztherapie. Je nach Zusatz, Ausdehnung der Wickel und Temperaturunterschied zu Körpertemperatur stellt der Wickel einen mehr oder weniger starken Reiz für den Körper dar. Je stärker der Reiz, desto stärker die Belastung für den Körper. Ziel dieser Reiztherapie ist es, die körpereigene Regulation anzuregen und damit Heilungsprozesse zu unterstützen. Dabei ist es wichtig, die Reizstärke so gering wie möglich auszuwählen, damit z.B. ein kühlender Wickel nicht zur dauerhaften Auskühlung führt, sondern zur Erwärmung.

Grundsätzlich gilt: je jünger oder schwächer das Kind ist, desto kleiner sollte der Reiz sein, d.h. desto kürzer die Anwendungsdauer, desto kleiner die behandelte Körperoberfläche und desto geringer die Temperaturunterschiede zwischen der Anwendung und Körpertemperatur.

Weitere Infos

Tipps

    • Nehmen Sie sich Zeit für eine gute Vorbereitung, eine sorgfältige Durchführung und eine ausreichende Ruhephase danach.
    • Anwendungen nicht 30 Minuten vor oder nach dem Essen
    • kein kaltes Wasser auf kalte Extremitäten
    • Zugluft meiden
    • angenehme Atmosphäre schaffen
    • Kind vorher zur Toilette gehen lassen
    • benötigte Utensilien vorher zurecht legen
    • dem Kind erklären, was gemacht wird
    • Wünsche und Kritik respektieren
    • Temperatur mit Badethermometer kontrollieren!
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